Bluebird Mountain gewinnt UniPitch 2017

Üben, üben, üben – heißt der Tipp erfahrener Gründer für das Pitchen. Genau darum geht es beim UniPitch: Unter „echten“ Bedingungen – Bühne, Jury, Publikum – das Pitchen zu lernen. Ein Trainingsevent für alle, die mit ihren Startups oder Gründungsvorhaben in der frühen Phase stecken. Zum vierten Mal fand DAS Gründerevent der Hamburger Hochschulen und Forschungseinrichtungen gestern im Forum Finkenau statt.

Nach den Begrüßungsworten von Christian Salzmann, Executive Director Startup Dock, und den beiden Moderatoren Benjamin und Giulio, Consultants am Startup Dock, begann der UniPitch-Tag klassischer Weise mit der Keynote, in diesem Jahr gehalten von Nico Lumma, Managing Partner beim Next Media Accelerator. Sein Thema: Pitchen ist einfach, man muss es nur können. Dieser bestechenden Logik konnte sich niemand entziehen, genauso wenig wie seinem Vortrag, der den idealen Aufbau eines Pitch Decks skizzierte. Hin und wieder streute Lumma einige Dos und Don’ts des Pitchens ein, besonders eine Sache wurde er nicht müde zu betonen: KEINE VIDEOS.

 

Zum Glück für einige unserer Finalisten saß Lumma nicht in der Jury, natürlich hatten ein paar der Teams Videos in ihre Pitches eingebaut. Denn nach der Keynote kamen wir zum Herzstück des UniPitch: die UniPitch Challenge. Der einzige Pitch-Wettbewerb, bei dem die Startups zweimal pitchen dürfen: Einmal vor und einmal nach dem Coaching mit unseren Pitchcoaches. Doch der Reihe nach: Im Vorwege hatten es durch das Qualifying fünf von zwölf Startups in die UniPitch Challenge geschafft: Bluebird Mountain, Breeze, CiDO, #Flugilo und Supyrb.

Konstantin von Bluebird Mountain machte den Anfang und zeigte souverän seinen fünfminütigen Pitch zum PowderBuddy, dem Quadrocopter für Tiefschneeliebhaber, der im Lawinenfall Leben retten soll. Sein kurzer Videoeinspieler (oh ja!) vermittelte eindrucksvoll, was bei einer Lawine passiert. Danach bekam er Feedback von den Pitchcoaches, in diesem Jahr saßen vor der Bühne Ulrich Britting, Geschäftsführer Best Audit, Mischa Krause, Senior Project Manager CatCap, Slaven Marinovic, Co-Founder Savvy Partners und Workworldwide, Veronika Reichboth, leitende Managerin nextMedia.Hamburg und Sanja Stankovic, Mitgründerin Hamburg Startups und Leiterin Unternehmenskommunikation DS Produkte.

 

Danach folgte Daniel von Breeze, er zeigte erschreckende Bilder zur weltweiten Smogbildung und positionierte das Startup als Zukunftslösung im Bereich Luftverschmutzung, für dieses Ziel hat das Team Miniatur-Luftqualitätssensoren mit dazugehöriger Cloud entwickelt.

Felix von CiDO erklärte dem Publikum, was sich hinter „Come in and Drop Off“ verbirgt: ein gesichertes, elektronisches Zugangssystem für den Paketboten ins Treppenhaus. Seine Story: Das Problem fehlgeschlagener Zustellversuche erzeugt viel Ärger bei Kunden und große Kosten für Logistik-Unternehmen.

Bei einem Hamburger Pitch-Wettbewerb darf ein Luftfahrt-Startup fast nicht fehlen: die beiden Amerikaner Andrew und Alex bieten mit Flugilo eine Lösung für ein großes Problem der Branche an: Schäden an Flugzeugen, die während des Umparkens und Lagerns entstehen. Ihr Parkleitsystem soll dies verhindern und so viele Kosten für Luftfahrtunternehmen sparen.

 

Als letztes pitchte Johannes von Supyrb ein 3D-Murmelspiel als Mobile App. Und ähnlich wie die Murmel in seinem Spiel Marbloid war auch er vor Begeisterung kaum zu halten. Besonders die Vaporwave-Einspieler sorgten für einige Lacher im Publikum.

Nach der ersten Runde und einer Pause ging es für die Finalisten und Coaches ins intensive Pitchtraining. Die anderen Teilnehmer konnten in dieser Zeit zwischen fünf Workshops wählen. Den größten Andrang gab es bei dem Workshop von 20scoops-CFO Holger Jürgens. Er schilderte, wie man Kapitalgeber von der eigenen Idee überzeugt. In den TIDE-Räumen auf dem Campus gab Ludwig Linnekogel von kameraspiel.de nützliche Tipps, worauf man als Startup beim Videodreh achten sollte, vor allem: natürlich wirken. Auch die Workshops von Loana Junge von Spryker, Pitchtrainerin Bianca Praetorius und Oliver Welling von Linqfish beleuchteten unterschiedliche Aspekte des Pitchens und Gründens und gaben den Zuhörern wertvollen Input.

 

Parallel dazu fand zum ersten Mal eine Pitching by Example-Session statt. Das Motto: Lernen von den Profis. Drei erfahrene Gründer zeigten ihre Parade-Pitches und standen dem Publikum danach für Fragen zur Verfügung. Den Anfang machte Niklas Heinen, Geschäftsführer von odernichtoderdoch. Er nahm das Publikum auf eine Reise durch die Geschichte des Unternehmens mit, das er gemeinsam mit seiner Frau Joana leitet. Marie-Lene Armingeon, Mitgründerin von SofaConcerts, präsentierte das Konzept der Plattform für private Konzertevermittlung gekonnt u.a. mit einem emotionalen Video. Hauke Windmüller, Mitgründer von Familonet, skizzierte den Weg des Unternehmens von B2C zu B2B und sprach über Höhen und Tiefen aus dem Startup-Alltag: „Wir haben als Startup alles mitgenommen, was man so mitnehmen kann“, so Windmüller. Doch diese Mühen hätten sich gelohnt, vor allem kürzlich mit dem Exit für das Startup durch den Aufkauf durch Daimler.

 

Dann ging es in die zweite Runde der UniPitch Challenge. Zu Beginn verkündeten die Moderatoren den Gewinner des Besten Prototyps 2017 auf der Prototypenmesse, die ganztägig parallel im Foyer stattfand. Das Rennen im Publikumsvoting machte: CiDO!

In der zweiten Runde zeigte sich nun sehr eindrucksvoll der Vorher-Nachher-Effekt beim UniPitch: Alle Finalisten waren in der Lage noch eine Schippe Pitchpower draufzulegen. Pitch folgte auf Pitch und das Publikum freute sich an den Fortschritten der Teams, die sie gemeinsam mit den Coaches erarbeitet hatten.

 

Danach wurde per Onlinevoting abgestimmt und kurze Zeit später stand fest: Der Gewinner des UniPitch 2017 heißt: Bluebird Mountain! Das vierköpfige Team, das von Sanja gecoacht wurde, bekam von Christian Salzmann das goldene Mikro, Preisgeld von 500 Euro und Sachpreise überreicht. Sachpreise und jede Menge Applaus gab es für alle Finalisten, alle hatten absolut hochwertige Präsentationen gezeigt. Unser besonderer Dank gilt an dieser Stelle allen Preisspendern, darunter Best Audit, Brooklyn Brewery, Buse Heberer Fromm, Hamburg Startups, Hiscox und Viper Dev. Danach wurde ausgiebigst bei Freibier und Grillbuffet gefeiert.

 

Ausgerichtet wurde der UniPitch in diesem Jahr von DESY, Hamburg Innovation, HITeC, HAW Hamburg, Startup Dock, Technische Universität Hamburg und Universität Hamburg, wir vom Startup Dock haben die Organisation übernommen. Unser Dank gilt allen Möglichmachern, Medienpartnern und Unterstützern, die den UniPitch in dieser Form erst ermöglichen. Und natürlich ein riesiges Dankeschön an alle, die an dem Tag beteiligt waren, die Finalisten, die Pitch Coaches, der Keynote-Speaker, die Workshop-Leiter, die Gründer der Pitching by Example-Session, die den UniPitch erst so bunt und einzigartig machen. Wir sehen uns beim UniPitch 2018!


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