Wie kommuniziere ich als Startup richtig?

Das Thema Kommunikation ist für viele Startups im frühen Stadium kein leichtes, vor allem für Tech-Teams. Der Fokus liegt bei vielen auf der Produktentwicklung, PR wird, wenn überhaupt, nebenbei betrieben. Wie wichtig es für Startups dennoch ist, Kommunikation von Anfang an aktiv und strategisch zu gestalten, machte unser Gast bei Trial & Error, Katharina Osterndorf von PANDA, am Dienstag deutlich.

Bei unserem Format “Trial & Error – vom Lernen im Startup Modus” sollen Startups von Startups lernen. Zu einem bestimmten Thema gibt ein Gast (oder auch mehrere) Input und berichtet von seinen/ihren Erfahrungen: Worum geht’s? Worauf muss man achten? Was lief gut, was war schlecht? Kaum etwas bringt einen im Gründeralltag mehr voran als Fehler und kleine Scheitermomente. Nur so kann man lernen, es besser zu machen. Genau dieser Austausch ist es, der “Trial & Error” so wertvoll für alle Beteiligten macht.

An diesem Nachmittag ging es also um Unternehmenskommunikation für Startups. Katharina ist bei PANDA, einem Startup, das Produktionsprozesse mit Künstlicher Intelligenz optimiert, für diesen Bereich zuständig und hat auch ihre Masterarbeit darüber verfasst.

Gleich zu Beginn machte Katharina deutlich: Kommunikation ist Beziehungs- und Wahrnehmungsmanagement, sie dient der Vertrauensbildung und der Reichweite eines Unternehmens in der Öffentlichkeit. Sie ist die essentielle Grundlage für die Wahrnehmung eines Unternehmens. Und damit ist Kommunikation viel mehr als eine Website zu bauen und Social Media-Kanäle zu füllen: Es geht um das Selbstbild, die Corporate Identity, die es kohärent zu gestalten gilt und die den Unternehmenserfolg maßgeblich beeinflussen kann. Und das, so Katharina, fange schon bei den Mitarbeitern an: “Alle Mitarbeiter sind Markenbotschafter.” Auch müsse man heute beachten, dass die Meinung über ein Unternehmen sich immer weniger auf Fakten aufbaue sondern vielmehr auf Meinungen anderer.

 

Das gelte für alle Unternehmen, so Katharina. Das Besondere bei Startups sei, dass je nach Gründungsphase unterschiedliche Dinge in der Kommunikation wichtig seien. Deshalb müsse man die Maßnahmen, Inhalte und strategischen Ausrichtungen fortwährend anpassen. Zu Beginn sei das Gründerteam klein und viele andere Themen stünden im Fokus. “Trotzdem ist es hilfreich, zu überlegen, wer aus dem Gründerteam für die Außendarstellung zuständig ist”, erläuterte Katharina. Bei PANDA hätten sie mit Hilfe des Kommunikations-Canvas (abgeleitet aus dem Business Model Canvas) das Ganze strategisch aufgezogen, Personas erstellt, Zielgruppen definiert und anhand dessen Aktivitäten ausgewählt. “Das kann man gut schon zu Beginn in der Seed Phase vorbereiten. Dann kann man das in der Startup Stage mehr und mehr professionell strukturiert ausfahren”, so Katharina.

Im Startup-Alltag ändere sich aber häufig vieles. Bei PANDA hätten sie ein Magazin für eine Zielgruppe entwickelt, die später gar nicht mehr im Fokus stand, das machte also keinen Sinn mehr. “Das gehört dazu”, erzählte Katharina lachend. Auch Gründer Sabayn Mirakai war an diesem Nachmittag dabei und fügte hinzu: “Man muss alle PR-Maßnahmen die ganze Zeit evaluieren. Das Ziel ist der Product Market Fit. Das muss passen.” Für PANDA seien die Kontakte auf Messen und Fachkonferenzen enorm wichtig gewesen. Aber auch journalistische Berichte könnten einem Kunden bescheren. ” Wenn ihr mit Journalisten sprecht, bereitet euch enorm gut vor, gerade Redakteure von Wirtschaftsblättern fühlen einem ganz schön auf den Zahn”, so Katharina.

Bei einem Startup geht es ja nicht nur darum, mit Kunden oder der Öffentlichkeit zu kommunizieren sondern auch mit Investoren. Hier sei es enorm wichtig, Stories zu erzählen, zu unterhalten. “Die emotionale Komponente ist wahnsinnig wichtig, vor allem beim Erstkontakt”, erzählte Sabayn. Sie hätten das Pitch Deck nach Gesprächen sehr häufig abgeändert. “Die größten Fehler haben wir da gemacht, wo wir uns kein Feedback eingeholt haben”, so Sabayn. Am besten wäre es gewesen, zu Beginn zu nicht so wichtigen Investoren zu gehen, dann erst zu den TOP-Geldgebern.

Am Ende hat Katharina noch ein paar Learnings für die anderen Gründer: “Bleibt authentisch, erzählt in Stories, seid relevant.” Danach wurde bei Apfelkuchen, Kaffee und Drinks noch kräftig weiterkommuniziert. Vielen Dank für Euren Input und den Austausch, liebe Katharina und lieber Sabayn!

Watch out: Im nächsten Trial & Error geht es um Personalentwicklung. Wir freuen uns schon darauf.